SG-Niederlage im Spitzenspiel
Im mit Spannung erwarteten Spitzenspiel beim Tabellenführer TSV Neckartenzlingen musste die F1 der SG Ober-/Unterhausen nach großem Kampf durch eine 30:33 (16:17)-Niederlage ihre Titelträume endgültig begraben. „Im Moment sind wir wahnsinnig enttäuscht, denn wir waren ein gleichwertiger Gegner und ließen nichts unversucht. Am Ende hat die individuelle Klasse der gegnerischen Schlüsselspielerinnen den Ausschlag gegeben. Wer in der gesamten Saison nur ein Spiel verliert ist am Ende völlig zurecht Meister“, war SG-Trainer Marcus Grimm nach dem nervenaufreibenden Showdown vor allem auch stolz auf seine Mannschaft, die dem Ligaprimus bis zum Schluss alles abverlangt hat.
In der restlos ausverkauften Rundsporthalle, in der sich auch beide Fanlager nichts schenkten, entwickelte sich von Beginn an eine intensive und umkämpfte Partie, in welcher der Gastgeber mit viel Dominanz eine erste Duftmarke setzte und schnell mit 4:0 (6.) in Front lag. Doch die SG hielt dagegen und fand zunehmend besser ins Spiel, so dass beim 6:5 (11.) durch Lina Peplau der Anschluss wiederhergestellt war. Ein Doppelschlag von Lani Fellberg und Ronja Slawitsch, die zusammen 19 Tore zum Heimsieg beisteuerten, sorgte für das 12:9 (19.).
„Während wir seit Wochen und Monaten mit aller Kraft versuchen, die Ausfälle der Stammkräfte Nicole Huber und Isabel Wurster zu kompensieren, kann Neckartenzlingen auf die Verletzung von Lilien Longin im Meisterschaftsfinale mit einer ehemaligen Zweit- und Drittligaspielerin reagieren. Am Ende des Tages machte Ronja Slawitsch den Unterschied“ versuchte Grimm die Kräfteverhältnisse etwas einzuordnen.
Nach einer Auszeit der Gastgeber begann die beste SG-Phase – ein 3:0-Lauf zum 12:13 (23.) sorgte für die erste Gästeführung. Doch auf Slawitsch war Verlass: in der Defensive zementierte sie das Zentrum und im Angriff setzte sie entweder die ebenfalls drittligaerprobte Lani Fellberg gekonnt ein oder beruhigte selbst mit den sogenannten einfachen Toren wieder das eigene Spiel. In der Folge blieb das Titelduell offen, so dass man beim 17:16 die Seiten wechselte.
Nach Wiederanpfiff folgte zunächst ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Franziska Leukert, die kurze Zeit später mit einer Handverletzung ausschied, traf zum 19:20 (35.). Nachdem Fellberg per Strafwurf zum 22:21 (40.) stellte und Nina Silva da Costa kurz drauf mit einer fragwürden Zeitstrafe bedacht wurde, kippte das Momentum zusehends in Richtung des Tabellenführers. „In dieser spielentscheidenden Phase war ich mit mehreren Pfiffen nicht einverstanden. Da hatten die jungen Schiedsrichterinnen nicht nur meiner Meinung nach keine klare Linie mehr. Vielleicht fehlte ihnen vor dieser beeindruckenden Kulisse einfach auch etwas der Mut“ monierte Grimm vor allem das ungleiche Strafwurfverhältnis von 5:1 für die Gastgeber. In der Gesamtschau fehlte es den Gästen jedoch vor allem an der nötigen Durchschlagskraft und Angriffseffektivität sowie an einer konsequenteren Abwehrarbeit.
Die Hausener Mädels jedenfalls stemmte sich mit allen Mitteln gegen die drohende Niederlage und kam auch nach dem 28:26 (49.) noch zu einigen guten Möglichkeiten, der Ausgleich wollte jedoch nicht mehr gelingen. Stattdessen entschied der Gegner mit viel Cleverness die Partie in der Schlussphase endgültig für sich. Am Ende waren es wie prognostiziert Kleinigkeiten und die Tagesform.
Trotz der Niederlage bleibt die SG Ober-/Unterhausen weiter im Aufstiegsrennen. Mit der richtigen Reaktion im letzten Saisonspiel (Sonntag, 26.04., 17 Uhr, EBH) gegen den abgeschlagenen und bereits als Absteiger feststehenden SC Lehr soll die Vizemeisterschaft und das damit verbundene Ticket für die Relegationsrunde gesichert werden.


